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Majestät

Ein gescheiterter Selbstversuch war der Auftakt zu diesem Lied: Ich hatte mir vorgenommen, mir in einem Gedankenexperiment die Grösse des allmächtigen Gottes vorzustellen, ihn mir auszumalen und mit meiner Vorstellungskraft zu erfassen. Ich gab mir dabei alle Mühe. Wenn ich einen gewissen Punkt erreicht hatte, war da, egal wie viele Hirnwindungen ich zu aktivieren versuchte, einfach eine Mauer oder gewissermassen ein grosses Nichts. Ich kam nicht weiter, blieb stecken und stellte bald fest, dass dies ein unmögliches Unterfangen war. Ich bin effektiv beschränkt. Nicht gerade eine schmeichelhafte Tatsache, aber versucht es doch mal selbst. Es ist, als ob du die Ewigkeit zeichnen oder ausdenken müsstest. Oder es fühlt sich an, als ob du etwas Grossartiges erzählen möchtest, dass du erlebt hast, aber dir dafür die Worte fehlen. Für gewisse Dinge geht uns der Wortschatz aus oder es verschlägt dir die Sprache, wie eine Redewendung so schön zum Ausdruck bringt.

Im ergreifenden Buch «Der Junge auf der Holzkiste», das ich mit meiner Klasse jeweils lese, erzählt ein Holocaust-Überlebender, wie er durch den Industriellen Oskar Schindler gerettet wurde. Nachdem der Krieg vorbei war, wanderte der junge Mann nach Amerika aus. Er beschreibt, dass er dort nicht über seine Erlebnisse sprechen konnte, denn es gab im Amerikanischen nicht einmal den Wortschatz für all das Schreckliche, was er erlebt hatte. Solche Aussagen sind berührend. Wenn jemand sagen muss, dass er für Erlebtes oder Empfundenes keine Worte finden kann, erfüllt mich das mit grossem Respekt.

Und es erinnert mich wieder an meine eigene Machtlosigkeit gegenüber Gottes Grösse. Ich möchte zu gerne wissen, wie mächtig und gross und gewaltig Gott ist. Ich kann Worte selbstverständlich benutzen und gezielt zur Anbetung verwenden. Aber mein Geist kapituliert vor der Tatsache, dass dies nur Worte sind und dahinter eine Grösse und eine Gewalt steckt, die ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausdenken kann. Und wofür die stärksten Worte nicht ausreichen. Es erinnert mich an den Befehl, dass ich mir keine Bilder von Gott machen soll. Es muss daran liegen, dass eben niemals ausreichen würde, Gott nur ansatzweise zu beschreiben. Niemand durfte Gott bisher mit menschlichen Augen physisch sehen, denn diese Herrlichkeit und Heiligkeit würde uns zerstören. Diese Tatsache lässt wiederum nur erahnen, wie gewaltig Gott sein muss.

Wenn ich mir seine Schöpfung ansehe, die unzähligen Wunderwerke und Kreaturen, die er geschaffen hat, die Abhängigkeiten, die Vielfalt, die Komplexität und Faszination von Systemen und das biologische Gleichgewicht, das nur Gott im Griff hat, dann hilft es mir, etwas von der Unerreichbarkeit Gottes zu erahnen. Hat es je ein Mensch geschafft, Leben zu schaffen? Und zwar durch Worte? Diese Frage beantwortet sich von selbst. Gott hat Worte gebraucht, um zu erschaffen. Durch seine Worte wurde all dies, was uns umgibt erschaffen und wir selber finden nicht mal genügend Worte, ihn zu beschreiben. Trotz aller Unzulänglichkeit verspüre ich ihn mir eine grosse Dankbarkeit, ein Staunen, ein starkes Gefühl, das mich ergreift, einen solch grossen Gott persönlich kennen zu dürfen. In Jesus hat er sich mir gezeigt. Ich darf sein Kind sein.

Majestät, ich werde nie in der Lage sein, angemessene Worte für dich, Herr, zu finden. Aber was du tust und getan hast, davon kann ich erzählen und das erfüllt mich, nämlich, was ich von dir erfahren habe: Diese Welt, deine Liebe und Güte, deine Vergebung und Gnade, deine Wunder und überhaupt das Leben in seiner Fülle. Und dass du trotz deiner Grösse so nah bist und uns bis ins kleinste Detail kennst.

Mein Lied ist meine ehrfurchtsvolle Verbeugung vor Gott.

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Lyrics

Majestät!
Ehrfurcht füllt mein Herz
Kein Ausdruck für dich reicht
Worte sind zu seicht
Denn deine Wirklichkeit
Ist pure Herrlichkeit

Ich kann deine Grösse nie erfassen
Du wirst niemals, niemals in Worte passen
Dein Licht stellt alles, alles in den Schatten
Durchflutet mich und lässt mich wieder atmen

Majestät!
Ehrfurcht füllt mein Herz
Du bist die Unendlichkeit
Von Ewigkeit zu Ewigkeit
Begreifen kann man’s nicht
Doch anerkennen, das will ich

Ich kann deine Grösse nie erfassen
Du wirst niemals, niemals in Worte passen
Dein Licht stellt alles, alles in den Schatten
Durchflutet mich und lässt mich wieder atmen

Majestät!
Ehrfurcht füllt mein Herz
Dein Wesen ist die Güte
Bist ein Menschen-Herzen-Hüter
Denn deine Liebe geht
Sucht und sieht und versteht

Ich kann deine Grösse nie erfassen
Du wirst niemals, niemals in Worte passen
Dein Licht stellt alles, alles in den Schatten
Durchflutet mich und lässt mich wieder atmen

Majestät!
Ehrfurcht füllt mein Herz
Staunend merke ich
Auf dich zu sehen, macht mich reich
Bist wirklich überall
Unerreichbar und auch ganz nah

Ich kann deine Grösse nie erfassen
Du wirst niemals, niemals in Worte passen
Dein Licht stellt alles, alles in den Schatten
Durchflutet mich und lässt mich wieder atmen

Text & Musik: Corinne Rath
©2020 Daisytones Music GmbH, Einsiedeln
Vocals: Corinne & Elea & Salome Rath
Backings: Corinne & Samuel & Elea & Salome Rath

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