Freu mich trotzdem

Wie geht es dir mit der anhaltenden Virus-Pandemie? Im November 2020, nachdem der zweite Lockdown in der Schweiz sich anbahnte und die Angst vor den steigenden Fallzahlen überall zu lesen und zu spüren war, liess mich eine Frage nicht mehr los: Wieviel Raum und Macht geben wir der Angst? Die meisten sind glücklicherweise gesund geblieben. Die meisten konnten sogar normal ihrer Arbeit nachgehen. Die meisten brauchten sich nicht um ihre Finanzen zu sorgen. Ich kenne Betroffene, die einen oder gar mehrere dieser Punkte nicht für sich behaupten konnten. Und ich war erstaunt, wie konstruktiv sie damit umgingen. Bleibt der Rest, der eigentlich nicht klagen müsste und doch so von der Angst eingenommen ist.

Bei einer Fahrt mit der Bahn ging mir die gespannte, angstvolle und gereizte Atmosphäre unter die Haut. Was ist nur los? Wieviel Raum und Macht geben wir der Angst? Die Fixierung auf Zahlendiagramme und Schlagzeilen, die Bemerkungen von Fahrgästen, der Tonfall von Zurechtweisungen, die Argusblicke. Ist das noch menschliche Kultur? Ich persönlich habe Hoffnung. Nicht nur, dass diese Virusgeschichte überwunden wird. Als Christ wurde mir sogar eine Zuversicht geschenkt, die den ultimativen Hoffnungskiller „Tod“ übersteigt: die Hoffnung auf das ewige Leben bei Gott. Und diese Hoffnung ist ein Geschenk. Macht zuversichtlich, besonnen, nimmt die Panik. Aus dieser „trotz allem“-Überzeugung habe ich den Song geschrieben. Und es hat gut getan, die Freude in Musik auszudrücken. Ich hoffe, dass die Freude (und noch wichtiger: der Blick auf Gott) ansteckend wirkt.

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Lyrics

Da steig ich heute Morgen wie gewöhnlich in den Zug

Nichts Böses im Sinn
Summ leise vor mich hin
Sagt einer, dass ich spinn
Das sei tabu hier drin
Und ganz besonders schlimm
Sei es, wenn man singt
Das nehme keiner hin
Dass man sich
Sich jetzt noch freut

Freu mich trotzdem so
Freu mich trotzdem so
Freu mich trotzdem so
Freu mich so

Ok, ich such mir einen Platz und begrüsse mein Gegenüber

Ich wag ein Hallo
An den Herrn im Sakko
Muss sicher ins Büro
Ein Mensch mit Niveau
Der hält die Zeitung so
Als hätt‘ ich ihn bedroht
Da dämmert mir: Ach so!
Hab mich wohl
Zu stark gefreut

Freu mich trotzdem so
Freu mich trotzdem so
Freu mich trotzdem so
Freu mich so

Die Reaktion kann ich schon nachvollziehen, die Hiobsbotschaften reissen ja nicht ab

Man sucht verzweifelt Rat
Den leider niemand hat
Experten sind auf Draht
Die x-te Welle naht
Ein Tanz auf schmalem Grat
Zwischen Goodwill und Diktat
Ein ungewisser Pfad
Hat es sich
Jetzt ausgefreut

Freu mich trotzdem so
Freu mich trotzdem so
Freu mich trotzdem so
Freu mich so

Was macht man, wenn sich Freudlosigkeit und Angst so breitmachen?

Sing mein Hoffnungslied
Denn Schwarzseh’n ist perfid
Meines Glückes Schmied
Ist der, den man nicht sieht
Wer zu Gott aufsieht
Spürt den Unterschied
Merkt, wie die Angst abzieht
Das ist das
Was mich freut

Nein, nein, ich bin kein Virusleugner und tu, was ich kann, um mich und andere zu schützen
Aber ich habe durchaus noch Fragen

Wenn die Angst bestimmt
Verstand und Freude nimmt
Wenn Aggression aufglimmt
Ob da die Richtung stimmt?
Ich mein‘, dass keiner spinnt
Der im Herzen singt
Glaub als Gottes Kind
Dass Gott will
Dass wir uns freu’n

Freu mich trotzdem so
Freu mich trotzdem so
Freu mich trotzdem so
Freu mich so

Text u. Musik Samuel Rath
(c) 2021 Daisytones Music GmbH

Translation

I get on the train this morning as usual

Nothing bad in mind
Hum softly to me
Someone says I’m crazy
That is taboo in here
And especially bad
Is it when you sing
Nobody will accept
That you’re so happy now

I’m so happy anyway
I’m so happy anyway
I’m so happy anyway
I’m so happy

OK, I look for a place and say hello to my counterpart

I dare to say hello
To the gentleman in the jacket
Must be on is way to work
A person with class
He’s holding the newspaper like that
As if I threatened him
Then it dawns on me: Oh!
I’m too happy now!

I’m so happy anyway
I’m so happy anyway
I’m so happy anyway
I’m so happy

I can understand this reaction, the bad news never stop

One desperately seeks advice
Unfortunately nobody has
Experts are on the wire
The umpteenth wave is approaching
A dance on a fine line
Between goodwill and dictation
An uncertain path
Should we stop
To be happy now?

I’m so happy anyway
I’m so happy anyway
I’m so happy anyway
I’m so happy

What do you do if joylessness and fear are so widespread?

Sing my song of hope
To look on the black side is perfidious
My luck’s smith
Is the one you can’t see
Who looks up to God
Will feel the difference
Will notice how the fears withdraw
This is why
I’m happy now

No, no, I am not a virus-denier and I do what I can to protect myself and others
But I still have questions

When fears determine
Our minds and rob our joy
When aggression flares up
Is that the right direction?
I say no one is crazy
Who sings in his heart
I believe as a child of God
That God wants
That we are happy

I’m so happy anyway
I’m so happy anyway
I’m so happy anyway
I’m so happy

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